Identifikation

Entwicklungsstadien

Bettwanzen gehören (wie alle Wanzen) zu den sogenannten hemimetabolen Insekten – die unten beschriebenen Merkmale sind in allen Entwicklungsstadien (ausser dem Ei) sichtbar.

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Eier

Die Eier von Wanzen sind zwar klein (ca. 1,2 mm lang), aber leicht von Eiern anderer im haushalt vorkommender Insekten zu unterscheiden (ein wenig Erfahrung hilft).

In der Vergrößerung kann man bereits geschlüpfte gut von noch „lebenden“ Eiern unterscheiden. Lebensfähige Eier sind perlmuttfarben, in den späteren Phasen der Entwicklung ist der Augenfleck des sich entwickelnden Embryos durch die Schale des Eies hindurch sichtbar . Bereits geschlüpfte (= leere) Eier erkennt man durch das Fehlen der Endkappe und ihr durchscheinendes  Aussehen .

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Häutungen

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Mit einiger Erfahrung sind die Hätungshemden von Bettwanzen leicht von denen anderer Insekten zu unterscheiden. Ihr Vorhandensein kann aber nicht dazu benutzt werden, zwischen aktivem und vergangenem Befall zu unterscheiden, weil sie sehr lange in einem Objekt liegen bleiben können.

Kotspuren

Bettwanzen produzieren dunklen, wässrigen Kot, sobald sie Nahrung aufgenommen haben. Diese Kotspuren sind oft einer der ersten Indikatoren eines Befalls. Schwarze, tintenähnliche Flecken auf Bettzeug, Matratzen und/oder Bettrahmen sind mit die auffälligsten Anzeichen für einen Bettwanzenbefall. Aber Achtung: Sehr ähnliche Spuren können auch Spinnen, Fliegen oder Deutsche Schaben hinterlassen, zur Unterscheidung muss der Fundort mit betrachtet werden. Werden diese Spuren eher hoch oben, an Wänden, an der Decke oder an Leuchten festgestellt, gehen sie wahrscheinlicher auf das Konto von Fliegen.

Mittlerweile wird an Blut-Identifizierung-Kits gearbeitet, mit denen der Kot von blutsaugenden gegenüber anderen Insekten unterschieden werden kann, erste Ergebnisse haben ermutigende Resultate geliefert.

Farblich variieren Wanzenkotspuren von schwarz bis heller braun, abhängig von den relativen Anteilen verdauten Blutes zu Harnsäure im Kot. Auch die Saugfähigkeit des Untergrunds, auf dem ein Kottropfen abgesetzt wird, beeinflusst Farbe und Erscheinungsbild: Kotspuren auf saugfähigen Oberflächen wie Bettlaken werden von den fasern aufgesaugt wie z.B. Tinte, Kotspuren auf nicht saugfähigen Flächen wie lackiertem Holz trocknen oft als dunkler, erhabener Klumpen.

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Bild unten:
Vergleich der Kotspuren, links Bettwanze, rechts Fliege (Calliphora)Bildschirmfoto 2012-12-21 am 17.59.05

Bisse

Wanzen ernähren sich von exponierter Haut und mögen es nicht, auf den Wirt zu klettern, an dem sie sich ernähren. Dadurch treten Bisse oft in Reihen auf, wenn die Wanzen entlang einer Kante exponierter Haut einen passenden Ort zur Nahrungsaufnahme suchen und dabei probeweise stechen (Bisse und Stiche wird im Fall Bettwanzen oft synonym verwendet – sie stechen, tun dies aber mit ihren Mundwerkzeugen zur Nahrungsaufnahme und nicht wie z.B. im Fall von Wespen zur Abwehr mit einem dafür spezialisierten Stachel).

Hautreaktionen, die als Wanzenbisse oder -stiche diagnostiziert werden, sollten nie allein als schlüssiges Anzeichen eines Wanzenbefalls betrachtet werden – ähnliche Hautreaktionen können auch durch andere, blutsaugende, Insekten verursacht werden (Stechfliegen, Mücken, Flöhe, Läuse); auch Krätzmilben oder verschiedene Allergien können zu vergleichbaren Symptomen führen.

Reaktionen auf Bettwanzenbisse sind individuell sehr variabel von Mensch zu Mensch. Einige Personen zeigen gar keine Reaktion, während andere starke, beeindruckende Reaktionen haben. Ernstere systemische Reaktionen (ähnlich einem anaphylaktischen Schock) sind selten, wurden aber gemeldet.

Wanze Bissen

Die Hautreaktion auf einen Wanzenbiss kann bis zu zwei Wochen verzögert auftreten, insbesondere, wenn es das erste Mal ist, dass die betroffene Person gebissen wurde. Besonders bei Reisenden wird es schwierig herauszufinden, genau wo und wann die Bisse tatsächlich erfolgt sind. Diese Verzögerung kann auch dazu führen anzunehmen, man hätte Bettwanzen von einer Reise mit nach Hause gebracht (obwohl die Symptome auf einen Biss vor längerer Zeit zurückgehen), andererseits kann dadurch die Entdeckung eines akuten Befalls verzögert werden (wenn Bettwanzen tatsächlich „da“ sind, aber erst verspätet wahrgenommen werden).

Wanzen ernähren sich in der Regel nachts, aber sie sind sehr anpassungsfähig und richten ihre Nahrungsaufnahme nach dem tatsächlichen Bewegungsmuster ihres Wirtes aus. Stühle und Sofas (und Transportmittel!) werden häufig in Situationen befallen, wo Menschen den Grossteil des Tages sitzend an einem Ort verbringen. In solchen Situationen sind die Wanzen gezwungen, sich tagsüber zu ernähren – wenn ein Wirt vorhanden ist.